Sonntag, 14. April 2013

IT'S A NEW DAY, IT'S A NEW DAWN - SONNTAGSBRIOCHES



Germ- oder Hefeteig und ich, das ist so eine seltsame Hassliebe.

Manchmal gelingt er mir unglaublich gut, manchmal könnte man mit den daraus entstandenen Backwerken zweifelsfrei jemanden fast erschlagen.

Nichtsdestotrotz wage ich mich immer wieder an ihn heran. Da gibt es Wien die wirklich gute Bäckerei Joseph Brot, eine meiner Töchter hat das unglaubliche Glück, fast ums Eck dort zu arbeiten.

Ich leider nicht, also mach ich mich von Zeit zu Zeit auf den Weg in die Wiener Innenstadt, um mir dort verschiedenste Leckereien wie Holunderbrioche, Lavendelbrot und wie die guten Sachen alle heißen, zu holen.

Nicht zu vergessen das Schafmilchjoghurt von Nuart (die leider via e-mail überhaupt nicht auskunftsfreudig sind, die Nuarts, wohlgemerkt)

Mit Hin- und Rückfahrt und eventuell noch einem Abstecher zu Meinl am Graben (ich könnte Stunden dort verbringen) wird so ein Ausflug aber relativ rasch zur Luxusshoppingtour in Sachen Kulinarisches, weil irgendwie liegt dann auch noch der Naschmarkt auf dem Weg und ich schlepp mich dann in der U-Bahn ab wie ein Esel.

Also hab ich beschlossen, es müssen eigene Brioches her, und ich wage mich wieder mal an einen Germteig.

Rezepte gibts viele, die wenigsten sind benutzerfreundlich. Was lag also näher, als einfach ein eigenes zu versuchen. Die Grundzutaten kenne ich ja. Und siehe da, es hat geklappt.

Die erste Variante Brioches vor einer Woche war zwar vom Geschmack her exoirbitant gut, das Aussehen meiner geflochtenen Striezelfladen ließ aber gewaltig zu wünschen übrig. Daher habe ich im Internet nach einer Flechtanleitung für Briocheknöpfe gesucht und bin auf winzigkleinen Bildern dann auch fündig geworden.

Winzigkleine Bilder wie gesagt, also habe ich es für euch bei meinen Brioches nochmals fotografiert.


Aber zuerst das Ergebnis:


Das Geflechte:


2 Stränge formen und über Kreuz legen


Die Bilder sprechen für sich




Zum Schluss alle Enden miteinander verkleben und nach unten so einschlagen, dass sich ein Knopf bildet.

Ab aufs Blech und ins Rohr, aber langsam, jetzt kommt das Rezept.

Für Brioches sollte man sich Zeit nehmen, da sie am Besten werden, wenn man den Teig am Vortag macht und ganz wichtig, alle Zutaten müssen Zimmertemperatur haben, also alles aus dem Kühlschrank raus und Raumtemperatur annehmen lassen, sonst wirds nix..

Zutaten: 80ml Milch, 80g Zucker, 25g frische Hefe, 400g Mehl, 1 Prise Salz, 1 P. Vanillezucker oder das ausgekratze Mark einer Vanilleschote, abgeriebene Zitronenschale einer halben Zitrone, 2 Eier Gr. M, 160g Butter

Die Hefe zerbröseln und mit 2-3 Kaffeelöffel Zucker vermischen, die lauwarme Milch darüber und gut verrühren, bis sich alles aufgelöst hat.

An einem warmen Ort 15-20 min stehen lassen, die Menge sollte sich verdoppeln, das nennt man Vorteig.

Mehl, restlichen Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und Salz in einer Schüssel vermischen, Eier an den Rand. In die Mitte eine Grube, in die kommt dann der Vorteig hinein.

Ich wärme die Schüssel übrigens auch vor.

Den Vorteig in die Mulde und alles mit Knethaken gut verrühren. Zum Schluss stückchenweise die sehr weiche Butter einkneten (geht auch prima mit den Knethaken).

So lange bearbeiten, bis sich der Teig komplett von der Schüssel löst.

Nun braucht er Ruhe, damit sich da drinnen so alles schön entfalten und verbinden kann. Zugedeckt (Frischhaltefolie) an einem dunklen, kühlen Ort (z.B. Kühlschrank, ich stell meinen in die kühle Speisekammer) über Nacht gehen lassen.

Am nächsten Morgen in Portionen teilen. Bei mir gingen sich 16 Stück aus. Diese 16 Portionen nochmals jede teilen und die Knöpfe wie oben auf den Bildern formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen.

Jetzt muss das Ganze nochmals an einem warmen Ort ca 40-50 min gehen, die Knöpfe verdoppeln hierbei fast ihr Größe.

Zum Schluss ein paar Esslöffel Milch mit einem Eidotter verquirlen, die Teiglinge bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.

Bei 180° im vorgeheizten Backrohr ca. 20 min im unteren Drittel backen. Mittlere Schiene ist fast zu hoch, da werden sie zu schnell dunkel.



Wer will kann auch Rosinen in die Masse geben, aber da sind wir nicht so die Fans von.

Die nächste Herausforderung werden Holunderbrioches sein, wie die bei Joseph Brot, ob ich denen dann welche zur Verkostung vorbei bringen soll?

Freitag, 12. April 2013

EIN SÜSSER TISCH ZU OSTERN

Manche von euch wissen es, ich hatte früher, also bis Ende 2012, einen Onlineshop für Tortenzubehör. Weil ich aber zusätzlich zum Backen auch von je her wahnsinnig gerne bastle, fand ich die aus dem Ausland neue Idee der Sweet Tables oder Candy Tables faszinierend und bin darauf umgestiegen.

In meinem neuen Shop gibt es also hauptsächlich Partyzubehör und ein klein wenig auch noch fürs Backen.
Der Shop ist noch klein und fein, wird sich aber im Laufe der Zeit immer mehr füllen.

Zusätzlich biete ich auch seit Jahresbeginn von uns (meinen Töchtern und mir) designte Partys an.

Um uns ein wenig mehr bekannt zu machen, kreieren wir zu feierlichen Anlässen immer Schautische, bei denen es dann auch Verkostungen gibt. 

Den letzten haben wir zu Ostern gemacht und was soll ich euch sagen, er ist wunderbarst angekommen.
Hier ein paar Eindrücke davon.

Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sei es dass er sich eine Party von uns zaubern lässt oder aber auch selber eine gestalten möchte, findet alles auf unserer Homepage oder im Shop.












POST AUS MEINER KÜCHE

Zum ersten Mal habe ich heuer bei Post aus meiner Küche mitgemacht.
Warum? Ja das ist eine gute Frage.
Ich schenke gern und ich bekomme auch gerne Geschenke und bei dieser Geschichte habe ich doppelt Spaß und Freude, ich darf etwas verschenken und es soll aus meiner Küche sein.
Und kochen, backen tue ich ja wohl am liebsten.

Wenn ich traurig bin, lenkt mich Backen einfach großartig ab, da entstehen immer die besten Sachen. Es ist eine Freude zu sehen, wie sehr das Selbstgemachte anderen meistens schmeckt.
Scheinbar bin ich recht oft traurig, wenn man sich die Mengen ansieht, die so aus meiner Küche kommen :)

Zurück zu PAMK, Kindheitserinnerungen war das Thema. Nun ja, das liegt bei mir schon eine Weile zurück und Vieles davon gibts heute einfach gar nicht mehr, aber manches aus dieser Zeit mache ich seit Jahren immer wieder und ich denke, es ist auch heute durchaus noch etwas, das gerne gegessen wird.

Wenn ich z.B. vom Schulschikurs zurück kam, gabs zu Hause immer Hühnersuppe mit kleinen Bröselknödeln. Meine Mutti hat immer extra viel Muskatnuss in die Knödel getan, weil ich den Geschmack so gemocht habe, wie sie überhaupt eine begnadete Köchin war. Fast alles, bis aufs Backen, das war nicht so ganz ihr Ding, habe ich von ihr gelernt. 
Und wenn ich krank war, ich hatte als Kind oft Angina, bis die Mandeln rauskamen, hat sie mir immer Apfelkompott gemacht. Das ist dann leicht gekühlt wunderbar durch den wunden Hals gerutscht.

Und da bin ich schon bei der ersten Speise, die ich Nicole, meiner Tauschpartnerin, ins Päckchen gegeben habe. 1 Glas Apfelkompott.



Marmelade, die zweite Zutat in meinem Tauschpaket, wurde bei uns bis auf wenige Ausnahmen, immer selbst gemacht. Meine Favoriten waren Marille (Aprikose) und Himbeere, auch Erdbeere mag ich gerne.

Also musste ein Glas Marillenmarmelade, die ich bei der letzten Marillenernte gemacht habe, rein in die Kiste.
Ganz wichtig, der Schuss Rum. Mutti sagte immer mit einem Zwinkern, damits nicht schlecht wird, weil sie wusste, ich liebe ein zartes Rumaroma. 
Rumpastillen, ich weiß nicht mal, ob es die heute noch gibt, waren eine heiß begehrte, wenn auch verbotene Nascherei. Der Kitzel von den paar Tropfen Alkohol war einfach toll.
Seltsamerweise mag ich bis heute hauptsächlich alkoholisches Konfekt. Für alle, die jetzt glauben, ich bin eine Rauschmaus, ganz im Gegenteil, ich trinke wirklich so gut wie keinen Alkohol.
Zu Silvester das obligatorische Glas Sekt, 3-4 mal im Jahr ein Glas Wein zum Essen oder in Gesellschaft und 1-2 mal einen Cocktail. Den bevorzugt im Sommer an einem lauen Abend an der Copa Kagrana.


Ja und natürlich musste was Gebackenes ins Päckchen. Apfelstrudel war so ziemlich das Einzige, das meine Mutti selbst gebacken hat, der Rest ging so ab einem Alter von 12 Jahren immer an mich.
Meine ersten Backversuche waren Guglhupf, Weihnachtskekse und später dann mal Nussstrudel aus Germteig.
Aber es gab auch eine gekaufte Mehlspeise, die ich sehr geliebt habe und bis heute immer noch gerne esse.
Den Schokerlkuchen aus der Kurkonditorei Oberlaa.Und genau so einen, halt meine Version, wollte ich ebenfals dazu packen. Hätte wohl einen kaufen können, aber der wär ja dann nicht aus meiner Küche gewesen. 
Hier also meine Version des Schokerlkuchens, ein Mandelkuchen ganz ohne Mehl, mit etwas Schokolade und Zitronenglasur, die ist nicht am Original, aber ich liebe auch Zitronenglasur.


Hat mächtig Spaß gemacht, alles zu verpacken, Schildchen, Aufkleber und Rezeptkarten nur für diesen einen, speziellen Anlass zu designen.





Nun hoffe ich, dass meine Tauschpartnerin Nicole viel Freude damit hat und es sich gut schmecken lässt.

Rezepte:
Apfelkompott für 1 Glas: 1 Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. Saft einer halben Zitrone, 1-2 Esslöffel Zucker(Rohrzucker, Kristallzucker, was man mag),  Gewürznelken, ein kleines Stückchen Zimtstange, und ein Fizzelchen Zitronenschale in einen Topf geben und aufkochen. Bei Bedarf etwas Wasser dazu gießen und alles so lange zugedeckt köcheln lassen, bis die APfelstücke weich sind.
Entweder sofort genießen oder heiß in ein verschließbares Glasgeben und später essen. Hält sich dunkel und kühl gelagert ca. 10 Tage (länger hab ichs nie aufgehoben).

Marillenmarmelade: Marillen waschen, entkernen und klein schneiden. Mit Gelierzucker (Menge hängt von der Früchtemenge ab, siehe Gelierzuckerpackung) in einem großen Topf geben, nach Packungsvorschrift aufkochen und kochen lassen. Man kann auch Zitronensaft dazu geben. Nach beendeter Kochzeit das Ganze mit dem Pürierstab zerkleinern und einen Schuss Rum hineinrühren. Noch heiß in Gläser füllen und sofort verschließen.
Hält sich ewig und ein Jahr.
Noch besser wird die Marmelade, wenn man sich vorher die Mühe macht, die Marillen zu häuten. Diese dafür ca. 20 sec in kochendem Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und dann einfach die Haut abziehen (funktioniert wie bei Tomaten.

Mein Schokerlkuchen: 8 Eier (Größe M), 250g Zucker (ich verwende Backzucker), 1 Prise Zimt, 200g gemahlene Mandeln, 50g Butter zerlassen, Saft und abgeriebene Schale einer halben Zitrone, 50-100g Schokolade gehackt.
Eier trennen und die Eiklar mit einer Prise Salz zu festem Schnee schlagen. Dotter, Zimt, Zucker, Zitronenschale und Saft cremig rühren. Mandeln mit der Schokolade vermischen und abwechselnd mit der zerlassenen Butter in die Zucker-Eimasse rühren. Zum Schluss den Schnee vorsichtig unterheben. Alles bei 180° im vorgeheizten Backrohr in einer mit Butter und Bröseln ausgestaubten Form auf der unteren Schiene ca. 35-40 min backen.

Wer mag, kann den aus der Form gestürzten, warmen Kuchen mit Zitronenglasur überzeiehn, dazu Staubzucker und Zitronensaft zu einer dickflüssigen Masse verrühren und über dem Kuchen verteilen.
Ansonsten reicht auch eine dicke Schicht Staubzucker, wenn man Zitronenglasur nicht so gerne mag.




Donnerstag, 11. April 2013

DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF ...

...das haben wir in den letzten Wochen oft und nur zu deutlich spüren müssen, meine Töchter und ich.
Vieles ist geschehen, nicht alles kann und will ich hier erzählen, weil es einfach zu privat ist und zu sehr die traurigen Gedanken wieder aufleben lässt.

Im Moment wünschen wir uns einfach eine Verschnaufpause, ein wenig Sonnenschein draußen und für unsere Herzen.

Wnn ich traurig bin, backe und bastle ich, dementsprechend viel ist in den letzten Wochen an Fotomaterial zusammen gekommen. Ein Teil ist schon gesichtet und bearbeitet und darum fange ich mal mit meinem Beitrag zu "Post aus meiner Küche" an, bei dem ich heuer zum ersten Mal mitgemacht habe.



Im Gedenken an Puppi, 2011 - 2013, wir vermissen dich