Warum? Ja das ist eine gute Frage.
Ich schenke gern und ich bekomme auch gerne Geschenke und bei dieser Geschichte habe ich doppelt Spaß und Freude, ich darf etwas verschenken und es soll aus meiner Küche sein.
Und kochen, backen tue ich ja wohl am liebsten.
Wenn ich traurig bin, lenkt mich Backen einfach großartig ab, da entstehen immer die besten Sachen. Es ist eine Freude zu sehen, wie sehr das Selbstgemachte anderen meistens schmeckt.
Scheinbar bin ich recht oft traurig, wenn man sich die Mengen ansieht, die so aus meiner Küche kommen :)
Zurück zu PAMK, Kindheitserinnerungen war das Thema. Nun ja, das liegt bei mir schon eine Weile zurück und Vieles davon gibts heute einfach gar nicht mehr, aber manches aus dieser Zeit mache ich seit Jahren immer wieder und ich denke, es ist auch heute durchaus noch etwas, das gerne gegessen wird.
Wenn ich z.B. vom Schulschikurs zurück kam, gabs zu Hause immer Hühnersuppe mit kleinen Bröselknödeln. Meine Mutti hat immer extra viel Muskatnuss in die Knödel getan, weil ich den Geschmack so gemocht habe, wie sie überhaupt eine begnadete Köchin war. Fast alles, bis aufs Backen, das war nicht so ganz ihr Ding, habe ich von ihr gelernt.
Und wenn ich krank war, ich hatte als Kind oft Angina, bis die Mandeln rauskamen, hat sie mir immer Apfelkompott gemacht. Das ist dann leicht gekühlt wunderbar durch den wunden Hals gerutscht.
Und da bin ich schon bei der ersten Speise, die ich Nicole, meiner Tauschpartnerin, ins Päckchen gegeben habe. 1 Glas Apfelkompott.
Marmelade, die zweite Zutat in meinem Tauschpaket, wurde bei uns bis auf wenige Ausnahmen, immer selbst gemacht. Meine Favoriten waren Marille (Aprikose) und Himbeere, auch Erdbeere mag ich gerne.
Also musste ein Glas Marillenmarmelade, die ich bei der letzten Marillenernte gemacht habe, rein in die Kiste.
Ganz wichtig, der Schuss Rum. Mutti sagte immer mit einem Zwinkern, damits nicht schlecht wird, weil sie wusste, ich liebe ein zartes Rumaroma.
Rumpastillen, ich weiß nicht mal, ob es die heute noch gibt, waren eine heiß begehrte, wenn auch verbotene Nascherei. Der Kitzel von den paar Tropfen Alkohol war einfach toll.
Seltsamerweise mag ich bis heute hauptsächlich alkoholisches Konfekt. Für alle, die jetzt glauben, ich bin eine Rauschmaus, ganz im Gegenteil, ich trinke wirklich so gut wie keinen Alkohol.
Zu Silvester das obligatorische Glas Sekt, 3-4 mal im Jahr ein Glas Wein zum Essen oder in Gesellschaft und 1-2 mal einen Cocktail. Den bevorzugt im Sommer an einem lauen Abend an der Copa Kagrana.
Ja und natürlich musste was Gebackenes ins Päckchen. Apfelstrudel war so ziemlich das Einzige, das meine Mutti selbst gebacken hat, der Rest ging so ab einem Alter von 12 Jahren immer an mich.
Meine ersten Backversuche waren Guglhupf, Weihnachtskekse und später dann mal Nussstrudel aus Germteig.
Aber es gab auch eine gekaufte Mehlspeise, die ich sehr geliebt habe und bis heute immer noch gerne esse.
Den Schokerlkuchen aus der Kurkonditorei Oberlaa.Und genau so einen, halt meine Version, wollte ich ebenfals dazu packen. Hätte wohl einen kaufen können, aber der wär ja dann nicht aus meiner Küche gewesen.
Hier also meine Version des Schokerlkuchens, ein Mandelkuchen ganz ohne Mehl, mit etwas Schokolade und Zitronenglasur, die ist nicht am Original, aber ich liebe auch Zitronenglasur.
Hat mächtig Spaß gemacht, alles zu verpacken, Schildchen, Aufkleber und Rezeptkarten nur für diesen einen, speziellen Anlass zu designen.
Nun hoffe ich, dass meine Tauschpartnerin Nicole viel Freude damit hat und es sich gut schmecken lässt.
Rezepte:
Apfelkompott für 1 Glas: 1 Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Stücke schneiden. Saft einer halben Zitrone, 1-2 Esslöffel Zucker(Rohrzucker, Kristallzucker, was man mag), Gewürznelken, ein kleines Stückchen Zimtstange, und ein Fizzelchen Zitronenschale in einen Topf geben und aufkochen. Bei Bedarf etwas Wasser dazu gießen und alles so lange zugedeckt köcheln lassen, bis die APfelstücke weich sind.
Entweder sofort genießen oder heiß in ein verschließbares Glasgeben und später essen. Hält sich dunkel und kühl gelagert ca. 10 Tage (länger hab ichs nie aufgehoben).
Marillenmarmelade: Marillen waschen, entkernen und klein schneiden. Mit Gelierzucker (Menge hängt von der Früchtemenge ab, siehe Gelierzuckerpackung) in einem großen Topf geben, nach Packungsvorschrift aufkochen und kochen lassen. Man kann auch Zitronensaft dazu geben. Nach beendeter Kochzeit das Ganze mit dem Pürierstab zerkleinern und einen Schuss Rum hineinrühren. Noch heiß in Gläser füllen und sofort verschließen.
Hält sich ewig und ein Jahr.
Noch besser wird die Marmelade, wenn man sich vorher die Mühe macht, die Marillen zu häuten. Diese dafür ca. 20 sec in kochendem Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und dann einfach die Haut abziehen (funktioniert wie bei Tomaten.
Mein Schokerlkuchen: 8 Eier (Größe M), 250g Zucker (ich verwende Backzucker), 1 Prise Zimt, 200g gemahlene Mandeln, 50g Butter zerlassen, Saft und abgeriebene Schale einer halben Zitrone, 50-100g Schokolade gehackt.
Eier trennen und die Eiklar mit einer Prise Salz zu festem Schnee schlagen. Dotter, Zimt, Zucker, Zitronenschale und Saft cremig rühren. Mandeln mit der Schokolade vermischen und abwechselnd mit der zerlassenen Butter in die Zucker-Eimasse rühren. Zum Schluss den Schnee vorsichtig unterheben. Alles bei 180° im vorgeheizten Backrohr in einer mit Butter und Bröseln ausgestaubten Form auf der unteren Schiene ca. 35-40 min backen.
Wer mag, kann den aus der Form gestürzten, warmen Kuchen mit Zitronenglasur überzeiehn, dazu Staubzucker und Zitronensaft zu einer dickflüssigen Masse verrühren und über dem Kuchen verteilen.
Ansonsten reicht auch eine dicke Schicht Staubzucker, wenn man Zitronenglasur nicht so gerne mag.






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